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Tetanus (Wundstarrkrampf)

Einleitung

Wer wird schon eine leichte Hautverletzung, eine Abschürfung, einen Stich durch eine Rose mit einer schweren Infektion in Zusammenhang bringen? Wer weiß schon, daß die Erreger des Wundstarrkrampfes überall vorkommen können, besonders im Straßenstaub oder in der Gartenerde? Sie überleben auf Holzsplittern, Dornen oder rostigen Gegenständen. Das macht die Tetanus-Impfung besonders wichtig, denn es gibt keinen natürlichen Schutz gegen den Tetanus-Erreger.

Es ist besonders wichtig, ein Impfbuch zu führen und es bei Verletzungen auch mit zum Arzt zu nehmen. Jeder Arzt ist nämlich verpflichtet, bei unbekanntem Impfstatus zu impfen. So könnte es zu einer "Überimpfung" kommen, was sich meist durch verstärkte örtliche Reaktionen bemerkbar macht. 

Kinder und Tetanus

Da es in der Regel die kleinen Wunden sind, durch die die Erreger in den Körper eindringen, sind krabbelnde oder spielende Kinder extrem gefährdet. Problematisch wird es allerdings auch bei den Eltern. Bei Erwachsenen nimmt die Schutzrate mit zunehmendem Alter ab, vor allem bei Frauen. Denn viele vernachlässigen ihren Impfschutz. Das ist äußerst gefährlich: denn, ob Säugling oder Greis – eine Infektion endet in 40 bis 50 Prozent der Fälle tödlich. 

Übertragungsweg und Verlauf

Bei allen, selbst kleinsten Hautverletzungen können die Tetanus-Sporen in unseren Organismus eindringen. Im Körper keimen sie aus und nach drei bis vier Tagen entstehen neue Formen, die ein Nervengift abgeben. Häufig wird von dem Nervengift zunächst die Kau-Muskulatur betroffen, so daß bei diesen Patienten ein sogenanntes "Teufelsgrinsen" auftritt. Später ist die ganze Muskulatur beeinträchtigt. Es kommt zu Krämpfen und zur Atemlähmung. Alle Erkrankten müssen intensivmedizinisch behandelt werden. 

Impfung

Nur durch die Impfung wird ein Schutz vor der Tetanus-Erkrankung erreicht. Der Impfstoff besteht aus einer dem Nervengift (Toxin) ähnlichen, aber ungiftigen Substanz. Dadurch kann der Körper Antikörper bilden, die auch vor dem Toxin schützen. Der Impfschutz gegen Tetanus in der Bevölkerung ist im Vergleich zu anderen Infektionskrankheiten als relativ gut zu bezeichnen. Dies gilt besonders für Kinder. Im Säuglingsalter werden über 90 Prozent eines Geburtenjahrganges gegen Tetanus geimpft.

Standardmäßig empfohlen wird eine Grundimmunisierung im Säuglingsalter: Ab zwei Monate zwei Impfungen im Abstand von mindestens sechs Wochen, die dritte Impfung ab dem zwölften Lebensmonat. Bei Kombination mit anderen Impfungen erhält das Kind ab zwei Monate drei Impfungen im Abstand von jeweils mindestens vier Wochen; eine vierte Impfung ab elf Monaten, mindestens aber sechs Monate nach der dritten. Auffrischung gemeinsam mit der gegen Diphtherie ab dem fünften Geburtstag, dann ab dem zehnten Geburtstag, danach sollte bis ins hohe Alter eine routinemäßige Auffrischung alle zehn Jahre erfolgen. Im Verletzungsfall wird bereits aufgefrischt, wenn die letzte Impfung länger als fünf Jahre zurückliegt.

Verträglichkeit

Die Impfung wird allgemein sehr gut vertragen. Örtliche Reaktionen, wie Rötung, Schwellung und Schmerzen, gelegentlich mit der Entstehung eines Knötchens an der Impfstelle oder Schwellung der örtlichen Lymphknoten können vorkommen. Eher selten Allgemeinsymptome wie Kopfschmerzen, Fieber, Kreislaufreaktionen, Muskel- und Gelenkbeschwerden oder kurzfristiger Hautausschlag. In Einzelfällen wurde ein vorübergehender Rückfall der Blutplättchen oder über Nebenwirkungen am Nervensystem berichtet.

Ratgeber

Die Erreger des Wundstarrkrampfes werden nicht, wie bei anderen Erkrankungen, von Mensch zu Mensch übertragen. Die Infektionsgefahr lauert überall – auf Spielplätzen, selbst im Garten. Nur eine Impfung kann diese schwere und oft tödliche Erkrankung verhindern. Sie ist gut verträglich, muß aber regelmäßig aufgefrischt werden. Denken Sie dabei auch an die Auffrisch-Impfung der Jugendlichen und Erwachsenen in Ihrer Familie. Denn Wundstarrkrampf kann jeden treffen. Die Impfung kann mit der Diphtherie-Impfung in einer Spritze erfolgen.